Improvisation und Kreativität sind gefragt
  16.12.2020 •     Handball Jugend

Maximilian Keller spielt schon seit den Minis begeistert Handball. Foto: Susanne Degel

Für den Handballer Maximilian Keller vom HSC Schmiden/Oeffingen ist das zweite Jahr in der C-Jugend ein verlorenes Jahr.

Das zweite Jahr als C-Jugend Handballer des HSC Schmiden/Oeffingen ist für Maximilian Keller ein verlorenes Jahr. Eine Saison, die eigentlich nicht existent war respektive ist. Seit dem Abbruch der vergangenen Spielzeit 2019/2020 im März dieses Jahres wegen der Coronavirus-Pandemie hat der 14-Jährige aus Oeffingen mit seiner Mannschaft nur noch ein Pflichtspiel bestritten – und das wenig erfolgreich. Am 11. Oktober setzte es in der Württemberg-Liga eine deutliche 18:32-Niederlage beim Topfavoriten TV Bittenfeld.

Ein weiteres Spiel als C-Jugendlicher wird Maximilian Keller, Sohn des Oeffinger Handball-Abteilungsleiters Christoph Keller, nicht mehr bestreiten. Die Verantwortlichen des Handballverbands Württemberg (HVW) haben die Saison 2020/2021 bereits für beendet erklärt, und die HSC-Jugendleitung hat daraufhin beschlossen, dass der Jahrgangswechsel umgehend stattfinden soll, wenn es weitergeht. Maximilian Keller und elf seiner Mitspieler werden also sofort in die B-Jugend aufrücken. „Das ist natürlich eine größere Hürde für die Jungs als sonst“, sagt Marvin Klein, der mit Fabian Bürkle den C-Jugend-Verbund in der Württemberg-Liga anleitet. Vor allem in Sachen Spielfähigkeit sieht der Coach eine große Lücke aufklaffen. Spielfähigkeit könne man sich eben nicht vor dem Computer und schon gar nicht alleine aneignen.

Wohl aber das Körperliche. Um einigermaßen fit zu bleiben, macht Maximilian Keller deshalb in seinem Zimmer ein bisschen Krafttraining und geht zweimal in der Woche joggen – so wie es die Trainer anberaumt haben. Außerdem nimmt er an deren Online-Training teil. Und auch wenn es darum geht, die im Sommer gemachten Testspiele gemeinsam zu analysieren, sitzt der Neuntklässler der Hermann-Hesse-Realschule vor dem Computer. Mit dem „wahren“ Handballleben hat

das aber alles nicht viel zu tun. „Ich vermisse meine Mitspieler und dass wir uns gemeinsam mit anderen Mannschaften messen können“, sagt der Teenager aus Oeffingen. Damit ist er nicht alleine. Zu Jahresbeginn waren in den 5700 Mitgliedsvereinen des Württembergischen Landessportbundes (WLSB) etwa 663 000 Kinder und Jugendliche im Alter bis 18 Jahren gemeldet – davon allein rund 37 000 in 1450 Teams im Handball.

Maximilian Keller ist schon seit den Minis dabei und an den Wochenenden nicht nur bei den eigenen Spielen in der Schmidener oder Oeffinger Sporthalle anzutreffen. Schließlich spielen auch noch Bruder Julian (erstes D-Jugend-Team des HSC) und Papa Christoph (TV Oeffingen II) leidenschaftlich Handball. „Handball ist mir am wichtigsten“, sagt der Kreisläufer, der eher zu den rustikalen Spielertypen zählt. „Maxi setzt seinen ganzen Körper ein“, sagt Marvin Klein.

Weil das Handballtraining nur schon seit Wochen ausfällt, fehlen auch Rhythmus und Routine im Alltag des Teenagers. Außerdem, und das ist vor allem der Mutter aufgefallen, würde sich der 14-Jährige deutlich öfter als früher in sein Zimmer zurückziehen – und oft mit seinen Mitschülern am PC zocken. „Ohne Handball fehlt ihm irgendwie die Motivation für alles“, sagt Martina Keller. Damit sei der Filius aber nicht alleine im Hause Keller. Auch der Papa findet die handballlose Zeit fürchterlich. „Ohne Sport geht’s bei mir einfach nicht“, sagt Christoph Keller.

erstellt von Susanne Degel von der Fellbacher Zeitung